Bestellt per Mausklick, doch wer zahlt? - Der Zusammenhang zwischen Onlinehandel und nachlassender Zahlungsmoral

Bestellt per Mausklick, doch wer zahlt? – Der Zusammenhang zwischen Onlinehandel und nachlassender Zahlungsmoral

31. März 2015
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Ungebrochener Aufwärtstrend im Online-Handel

Im Internet ist Einkaufen zu jeder Tag- und Nachtzeit möglich und das gewünschte Produkt ist nur einen Mausklick entfernt. Wo Einkaufsbummel früher nur an Wochenenden oder Urlaubstagen unternommen werden konnten, interessiert sich das World Wide Web heute nicht für Feiertage oder Öffnungszeiten. Kunden nutzen diese Vorteile, vor allem in den Bereichen Kleidung, Mode und Elektroartikel verlagert sich der Einkauf zunehmend ins Netz.

Inkasso per Mausklick

 

In den letzten Jahren sind die Umsatzzahlen des Onlinehandels stark gestiegen: Betrug der Umsatz im Jahr 2000 circa 2,5 Milliarden Euro waren es im Vergleich im Jahr 2014 schon 39 Milliarden Euro. Der Aufwärtstrend scheint ungebrochen und so prognostiziert das Online-Portal Statista für 2015 einen Umsatz von 43,6 Milliarden Euro.

 

 

Schwache Zahlungsmoral im Onlinehandel – Zahlen und Fakten

Die Schattenseite des Onlinehandels ist jedoch die nachlassende Zahlungsmoral mancher Kunden. Verschiedene Studien zeigen, dass Rechnungen im Durchschnitt erst nach 30 Tagen beglichen werden. Der virtuelle Raum Internet löst den direkten Kontakt zwischen Händlern und Kunden ab und diese Anonymität begünstigt das hohe Zahlungsausfallrisiko von Online-Shops. Eine Umfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung hat ergeben, dass besonders kleine Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern von Zahlungsausfällen betroffen sind. Darunter waren auch Unternehmen, für die sich ein Zahlungsausfall von 10 Prozent bis 20 Prozent existenzbedrohend auswirkt. Bei den größeren Online-Versandhäusern gaben 5,6 Prozent an, Ausfälle von 5 Prozent bis 10 Prozent zu verzeichnen. Immerhin 86 Prozent der 619 befragten Unternehmen haben schon negative Erfahrungen mit Zahlungsausfällen gemacht. Bei kleineren Unternehmen sticht besonders ins Auge, dass Ware erst gar nicht angenommen wird, wenn dem Kunden einfällt, dass es sich um Zahlung bei Nachnahme handelt oder dass Rechnungen gar nicht bezahlt werden.

Mahnung und Inkassoschreiben per Post

 

Risikomanagement- Wie Zahlungsausfälle reduziert werden können

Damit die Existenz eines Online-Shops nicht vom Zahlungsausfallrisiko gefährdet und die Einschaltung eines Inkassounternehmens im besten Fall verhindert wird, gilt es ein aktives Risiko- und Forderungsmanagement zu betreiben. Ein Online- Shop ist keine Bank, schließlich werden keine Zinsen für den „Kredit“ fällig, der Kunden quasi innerhalb der Zahlungsfrist gewährleistet wird. Hier haben wir einige wichtige Tipps zum präventiven Risikomanagement zusammengestellt:

  • Zahlungstermine müssen definiert werden! Welcher Zahlungszeitraum kann dem Kunden gewährt werden, ohne dass die Liquidität des Online-Händlers gefährdet wird?
  • Ein Angebot verschiedener Zahlungsarten ist grundsätzlich wünschenswert, dazu gehört auch der Kauf auf Rechnung. Dieser sollte jedoch nicht allen Kunden zugestanden werden und es empfiehlt sich eine Bonitätsprüfung mit einzubinden.
  • Besonders in den Bereichen Mode und Lifestyle kann man übermäßige Retouren verhindern, wenn ein Rechnungskauf erst gar nicht angeboten wird.
  • Es ist empfehlenswert, Zahlungsarten anzubieten, bei denen sofort bezahlt werden muss. Dazu gehören Vorkasse, Kreditkartenzahlung oder Einzugsermächtigungen.
  • Neukunden sollte ein Betragslimit für Bestellungen gesetzt werden.
  • Beim Verkauf von hochpreisigen Gütern lohnt es sich Sicherheiten einzufordern, zum Beispiel durch eine Bankbürgschaft.
  • Die Zeitspanne zwischen Bereitstellung der Leistung und Zahlung sollte möglichst kurz gehalten werden. Optimal wäre es, die Rechnung noch am gleichen Tag zu stellen.
  • Die Pflege der Stammkundendaten darf nicht vergessen werden, auch ihre Zahlungsmoral muss überprüft werden!
  • Zu guter Letzt ist es von besonderer Wichtigkeit Kundenservice und die Kommunikation mit dem Kunden nicht zu vernachlässigen! Ein Zahlungsausfall geschieht nicht immer mit Absicht. Bevor eine Mahnung verschickt wird, sollte überprüft werden, ob wirklich kein interner Fehler vorliegt, und zum Beispiel eine Retoure des Kunden nicht korrekt erfasst wurde.

 

Wann sollte ein Inkassounternehmen beauftragt werden?

Betreibt ein Online-Shop ernsthaftes Risikomanagement und beachtet alle oben genannten, wichtigen Voraussetzungen, sollte ein Onlinehändler bei Zahlungsausfall nicht zögern ein Inkassounternehmen zu beauftragen. Zeit spielt hier eine wichtige Rolle: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Rechnung vom Kunden beglichen wird sinkt, je weiter der Zahlungstermin in der Vergangenheit liegt! Woran man ein seriöses Inkassounternehmen erkennt und worauf man vor der Einschaltung achten muss, erfahren Sie in dem Artikel „Inkassounternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung“.

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