Inkassounternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung

Inkassounternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung

13. Mai 2014
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Inkassovollmacht für zwielichtige Gestalten?

Eine Inkasso Firma zu führen ist nicht immer einfach. Tagtäglich kämpfen die Mitarbeiter mit dem schlechten Image Ihres Berufszweiges. Besonders hilfreich ist die Medienberichterstattung, in der sie als angsteinflößende Schlägertypen dargestellt werden, dabei auch nicht. Ein seriöses Inkassounternehmen hat mit diesem Bild nichts gemein. Anhand festgelegter Standards sind seriöse Inkassounternehmen leicht zu erkennen.
Inkassounternehmen genießen nicht den besten Ruf. Befördert wird diese weit verbreitete öffentliche Meinung durch das Nachmittagsprogramm vieler Privatsender. So zum Beispiel durch das „Inkasso- Team Moskau“ auf Kabel Eins. Dort stehen dann große, mit schwarzen Lederjacken bekleidete Männer, deren Zweitjob höchstwahrscheinlich Türsteher ist, auf den Fußmatten unwilliger Zahler. „Wenn es sein muss auch nachts“, so die Aussage des wenig vertrauenserweckenden Außendienstlers. Großer Beliebtheit erfreut sich das Team auch bei YouTube, wo die Doku unter dem Schlagwort „Inkasso“ ganz oben auf der Liste rangiert.

Inkassoforderumgsmanagement in der Realität

das richtige InkassounternehmenDer Inkassounternehmer als zwielichter Schlägertyp, dieses Bild von der Arbeit eines Inkassounternehmens hat nichts mit der Realität zu tun. Dass die Aktionen des „Inkasso- Team Moskau“ sogar rechtswidrig sind, bestätigte das Landgericht Köln dem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. im Jahr 2009. Es wurden Ordnungsgelder in Höhe von immerhin 67.500 Euro verhängt.
Doch wie sieht der Alltag eines typischen Inkassounternehmens dann aus? Zunächst einmal haben die Kolleginnen und Kollegen ein Dach über dem Kopf und müssen nicht wie ein Landstreicher von Haus zu Haus ziehen. Ein Großteil des Alltags besteht aus Büroarbeit: Telefonate, das Studieren von Akten, Rechnungsprüfungen sowie das Wälzen von Gesetzestexten. Das Ziel des Inkassounternehmers ist es keinesfalls dem in Verzug Geratenen Angst einzujagen. Vielmehr wird in aufwendiger Detailarbeit versucht eine gemeinsame Lösung zu finden. Dabei werden immer auch die Individualität und die wirtschaftliche Lage des Schuldners berücksichtigt.
Unterstützung findet die Inkassobranche bei der Bundesregierung. Das am 1. August 2012 in Kraft getretene „Buttonlösungsgesetz“ schützt Verbraucher vor Abofallen und hilft unseriöses Inkasso zu verbieten. Der Erfolg dieses Gesetzes ist deutlich messbar: Laut Aussagen der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. sind über 90 Prozent der Kostenfallen im Internet nicht mehr abrufbar. Am 1. Oktober 2013 verabschiedete der Bundestag außerdem das „Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken“, welches seriös arbeitende Inkassounternehmen vor den „Schwarzen Schafen“ der Branchen schützen soll.

Das richtige Inkassounternehmen beauftragen

Inkassounternehmen beauftragenDoch woran erkennt man trotz aller gesetzlichen Regulierungen ein seriöses Inkassounternehmen? An erster Stelle steht natürlich die fachliche Ausbildung. Dass die oben genannten, eigentlichen Türsteher über ausreichende Rechtskenntnisse sowie über eine zweijährige praktische unter Anleitung geführte Berufsausbildung verfügen, ist zu bezweifeln. Ein seriöses Inkassounternehmen prüft jede Forderung eingehend. Erweist sie sich als nicht schlüssig, wird der Auftrag zurückgewiesen. Bei Inkassokosten, die dem Gläubiger entstehen, handelt es sich um Verzugskosten. Diese hat der Schuldner zu tragen. Gleichzeitig muss ein Schuldner jedoch nur das zahlen, wozu er fähig ist. Grundlage hierfür bildet das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, welches den Rahmen des „Üblichen und Angemessenen“ festlegt. Ein weiteres Qualitätsmerkmal stellt die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen e.V. dar. Durch einen Beitritt verpflichten sich die Mitglieder strenge Auflagen zu befolgen und bei Verstoß Sanktionen hinzunehmen. Des Weiteren verfügt der BDIU über eine Beschwerdestelle, an die sich Verbraucher wenden können. Jede Beschwerde erfordert eine Stellungnahme des BDIU Mitglieds. Der BDIU sieht sich dabei als unabhängiger Mittler zwischen dem Verbraucher und einem Mitgliedsunternehmen.
Ein seriöses Inkassounternehmen würde somit niemals die rabiaten Methoden des „Inkasso- Teams Moskau“ anwenden. Ein solch negatives Image hat die Inkassobranche nicht verdient. Betrachtet man einmal die andere Seite, helfen sie das Geld für eine erbrachte Leistung rechtmäßig einzufordern. Auf Seite der Gläubiger kann es dabei um nicht weniger als Sein oder Nicht sein gehen. Inkassounternehmen können dabei helfen Insolvenzen abzuwenden und dadurch Arbeitsplätze zu sichern. Auf das große Ganze übertragen profitieren so Wirtschaft und Verbraucher.