Schulden entgehen und Sparen verstehen

Schulden entgehen und Sparen verstehen

28. August 2014
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Schulden können vielfältige Ursachen haben. Neben Kaufsucht, Spielsucht, Scheidung, und Arbeitslosigkeit, leben viele Bürger über ihren Verhältnissen und geben mehr Geld aus, als sie einnehmen. Zu verlockend sind die zahlreichen Angebote und Aktionen, wie etwa im Online-Shopping oder bei Handyverträgen.

Rund 6,6 Millionen Menschen sind in Deutschland überschuldet. Ein Drittel von ihnen ist mittlerweile unter 30 Jahren.

Vor allem die Zahl der jungen Schuldner nahm in den letzten Jahren deutlich zu. So stieg der Anteil an überschuldeten 20-29 Jährigen deutlich an. Von insgesamt ca. 6,6 Millionen überschuldeten Bürgern in Deutschland im Jahr 2013 war rund ein Drittel aller Schuldner bereits unter 30 Jahren (Quelle: Creditreform).

Ursachen von Überschuldung und das Eintreffen von Inkassobriefen

Ihren Anfang nimmt die Überschuldung nach Experten sehr häufig im Alter zwischen 18 und 20 Jahren, wenn zum ersten Mal eigene Verträge abgeschlossen werden könnenkönnen (Quelle: financescout24). Oft geraten diese dann bei Mobilfunkanbietern, Versandhäusern, Fitnessstudios oder sonstigen Anbietern in Zahlungsrückstand. Können die Schulden mittel- und langfristig nicht mehr aus dem eigenen Einkommen zurückgezahlt werden, ohne damit die Grundversorgung zu gefährden, liegt eine Überschuldung vor. Im Schnitt beträgt die Höhe der Überschuldung bei den unter 25 jährigen Betroffenen rund 8.244 Euro (Quelle: IFF). Geld auszugeben ist bekanntlich immer leichter als es zu verdienen und zu sparen. Es muss ja das neueste Handy sein, das gerade auf den Markt gekommen ist, oder die schicke Handtasche, die man unbedingt haben will, sich aber eigentlich nicht leisten kann. Mal wird hier mehr bezahlt und dort noch was gekauft, was eigentlich nicht mehr im Budget drinnen ist und schnell entstehen Schulden, über die man den Überblick verlieren kann.

Den meisten ist nicht bewusst, welche schweren Folgen Schulden haben können. Dies wird auch gut in dem Film „Shopaholic“ gezeigt, in welchem die kaufsüchtige Becky Blomwood die Läden leer kauft, aus Angst sie könnte später ein Kleidungsstück in ihrem Kleiderschrank vermissen. Sie liebt es nun mal einzukaufen und mit Kreditkartenzahlung geht das ja auch so einfach. Jedoch nur solange, bis das Konto leer ist. So ergeht es auch Becky, die schließlich einen Bazar veranstaltet und dort all ihre Kleider verkauft, um sich von ihren Schulden zu befreien. Doch im echten Leben geht das leider nicht so einfach. Nach Realisierung des Schuldenproblems kommen die Ernüchterung, die Verzweiflung und ein Gefühl von Aussichtslosigkeit.

Der Brief vom Inkassodienst ist nur eine von vielen Folgen

Es tritt die Frage auf, welche Folgen einem nun bevorstehen und auch, wie man am besten wieder aus den Schulden raus kommt. Neben psychischen Folgen, wie Isolation, Angstzustände, Gewalt oder Depressionen, kommen auch rechtliche Folgen auf die Überschuldeten zu. So können aus der Überschuldung auch rechtliche Verfolgung durch die Gläubiger, Pfändung von Wertgegenständen sowie Lohn und Gehalt, Verlust des Arbeitsplatzes, sozialer Abstieg und ein negativer Eintrag ins Schufa-Register folgen.

Nicht nur psychische, sondern auch rechtliche Folgen bringt eine Überschuldung mit sich. Gläubiger fordern ihr Geld ein, etwa mittels eines Inkassodienstes, wodurch zusätzliche Kosten auf den Überschuldeten zukommen.

Der negative Eintrag ins Schufa-Register bedeutet dann, dass dem Betroffenen damit oft generell die Möglichkeit genommen wird, bestimmte Verträge zu schließen, insbesondere einen Kredit aufzunehmen, denn hierfür ist Voraussetzung, dass kein negativer Eintrag vorliegt. Durch die rechtliche Verfolgung der Gläubiger entstehen zusätzliche Kosten, wie Mahnkosten bei Einschaltung eines Rechtsanwalts, Mahnkosten bei Einschaltung eines Inkassodienstes oder Kosten für die Einleitung und Durchführung des Zwangsvollstreckungsverfahrens. Laut einer umfassenden Branchenstudie zum Inkassomarkt in Deutschland, die der Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen e. V. (BDIU) im Jahr 2012 in Auftrag gab, werden über 15 Millionen Fälle im außergerichtlichen Inkasso bearbeitet. Insbesondere Branchen mit massenhaftem Warenumschlag oder Dienstleister mit einer Vielzahl von Kunden wie zum Beispiel Versandhandel, Telekommunikation, Energieversorgung, Banken oder Versicherungen nehmen die Inkassodienstleistungen in Anspruch.

Privatinsolvenz als letzter Ausweg

Oftmals ist die Privatinsolvenz die einzige Lösung, um von den Schulden loszukommen. Dabei ist es die Aufgabe des Treuhänders in einer 6-jährigen „Wohlverhaltensperiode“ das pfändbare Einkommen des Schuldners an die Gläubiger zu leiten. Dies geschieht mithilfe einer festgelegten Quote in der Insolvenztabelle. Wichtig ist, dass nicht das gesamte Einkommen des Schuldners gepfändet werden darf. Vielmehr muss dem Schuldner einen bestimmbaren Anteil zur eigenen Lebensführung erhalten bleiben. Ist die 6-jährige Wohlverhaltensperiode vorbei, dann ist zum Ende des Insolvenzverfahrens ein erneuter Gerichtstermin zwischen den Gläubigern und Schuldnern fällig. Um gar nicht mit diesen psychischen und rechtlichen Folgen konfrontiert zu werden, sollte eine Überschuldung vermieden werden.

Einfache Tipps zur Vermeidung von Schulden

Dabei gibt es durchaus sinnvolle Tipps, an die man sich halten kann. Durch eine Einnahmen-Ausgaben Rechnung behält man den Überblick über verfügbares Geld und vermeidet unnötige, nicht-leistbare Ausgaben. Wichtig ist, bewusst auf Dinge verzichten zu können, denn oft werden diese nicht wirklich gebraucht. Zudem wird dazu geraten, Einkäufe nur bar zu bezahlen und den Einsatz der Kredit-/Bankomatkarte zu vermeiden, um auch hier den Überblick zu behalten. Ein gutes Taschengeld kann man sich dazuverdienen, indem Gegenstände, die man selbst nicht mehr nutzt, jedoch nicht beschädigt sind, auf einem Flohmarkt oder im Internet verkauft werden. Ist man bereits in der misslichen Lage, Rechnungen oder Raten nicht mehr bezahlen zu können, so sollte der Gläubiger umgehend informiert werden. Denn durch Ignorieren von Mahnungen oder einfaches Abwarten verschwinden die finanziellen Probleme nicht einfach, sondern werden nur noch schlimmer.

Hat man das Gefühl, alleine nicht mehr aus der finanziellen Misere herauszufinden, sollte schnellstmöglich eine kostenlose Schuldnerberatung aufgesucht werden, um gemeinsam eine Lösung zu finden und weiteren Schulden vorzubeugen. Wie auch die steigenden Zahlen von Überschuldeten, vor allem Jugendlicher und junger Erwachsener zeigen, und auch Experten betonen, kann mit Schuldenprävention nicht früh genug begonnen werden. So sollten bereits Kinder den richtigen Umgang mit Geld und den Sinn des Sparens lernen.

Ein hilfreicher Tipp: Einkäufe immer bar bezahlen und den Einsatz der Kredit- oder Bankomatkarte eher vermeiden. So behält man den Überblick über seine Ausgaben und weiß besser, welche Dinge man sich noch leisten kann, oder eben nicht.

Ein gutes Beispiel, wie Schuldenprävention  bereits bei Kindern durchgeführt werden kann, ist das Projekt „Schulschwein“, das auch das Inkassounternehmen Gumbert als Schulpate unterstützt.Denn auch „Schuldeneintreiber“ haben ein Interesse daran, Kinder und Jugendliche vor Schulden zu bewahren.

Bereits Kindern sollte der richtige Umgang mit Geld vermittelt und die Bedeutung des Sparens nahegelegt werden. Ein gutes Beispiel dafür ist die erfolgreiche Umsetzung des Projekts „Schulschwein“.

Das unternehmensunabhängige Projekt Schulschwein stattet Grundschulen ab der ersten Klasse bundesweit und kostenfrei mit altersgerechtem, werbefreiem Lehrmaterial zum Erlernen von Finanzkompetenz und cleverem Umgang mit Geld und Konsum aus.

Zudem erhält jedes Kind für zu Hause und jede Klasse für ihr Klassenzimmer ein transparentes Sparschwein mit 4 Fächern: Sparen, Ausgeben, Investieren und Gute Tat.

Die Kinder sollen altersgerecht und praktisch von klein auf lernen, mit ihrem Geld zu planen und einzuteilen. In vielen Schulen wird das Projekt bereits erfolgreich umgesetzt. Hält man sich an die oben genannten Tipps, können effektiv Schulden vermieden werden und die Gefahr einen Inkasso-Brief zu erhalten besteht gar nicht erst.